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Apfelessig Kur nach Hildegard von Bingen

Die Hildegard von Bingen - Medizin hat unter anderem die Trinkkur mit Apfelessig und anderen Säuren allgemein bekannt und fast zu einer Mode gemacht.
Viele Therapieempfehlungen dieser klugen Frau sind sicher auch heute noch sinnvoll und richtig. Leider werden aber wegen der fehlenden Grundüberlegungen bezüglich moderner Ernährung und Verhaltensweisen sowie der fehlenden eigenen kritischen Therapieerfahrungen tausend Jahre alte gute Empfehlungen in unsere Zeit gelegentlich falsch übertragen.

Die offensichtlichen schlechten Ergebnisse solcher Therapien werden einfach nicht zur Kenntnis genommen, sondern mit irgendwelchen anderen nicht bekannten störenden Einflüssen zu erklären versucht.
Das Säure - Basen - Problem habe ich schon vorher umfassend für unsere moderne Zeit umrissen. Grundübel unserer Tage ist neben dem Streß eine zu zuckerreiche, durch industrielle Konfektionierung denaturierte und an Transfetten reiche Kost.

Weitere Belastungen sind künstliche Aromen und diverse sonstige Zusatzstoffe in der Nahrung und in den in immenser Zahl verordneten Medikamenten, die alle eines gemeinsam haben: Sie machen die Gesamtbilanz des Körpers sauer!

Geben wir einem derart übersäuerten Körper noch zusätzliche Säure, so mag sich der Betroffene vielleicht kurzfristig besser fühlen, denn er "tut ja was für seine Gesundheit." Tatsächlich fördert er fast immer nur seine Osteoporoseentwicklung, weil die zusätzliche Säure durch Abbau von Knochensubstanz auch noch abgepuffert werden muß.

Ob das bei Hildegard von Bingen anders war? Ja, weil die arbeitende Bevölkerung nur an hohen Feiertagen Fleisch aß. - Weil fettes Fleisch basisch ist! ? Und weil es z.B. kein Formaldehyd in den Häusern gab, das in der Leber über Essigsäure abgebaut und als Säure von den Nieren ausgeschieden werden mußte.

Und wenn Sie sich die Nährstofftabelle sauer - basisch einmal genauer ansehen, werden Sie feststellen, daß alle fetten Fleischarten basisch sind in der Gesamtbilanz.
Um die Jahrtausendwende und im Mittelalter haben sich die Menschen ganz überwiegend durch Gemüse, Getreide und natürliche Fette wie Schmalz, Talg oder Butter sowie durch Öle ernährt. Dazu gab es Milch, Milchprodukte und gelegentlich auch fettes Fleisch.

Alle Nahrungsmittel der damaligen Zeit hatten demnach eine basische Bilanz in der Ernährung. Die körperliche Arbeit führte dann dazu, daß durch die körpereigene Produktion von Säuren im Stoffwechsel ein gewisser Ausgleich geschaffen werden konnte, der aber nach den Erkenntnissen der Hildegard von Bingen offensichtlich nicht immer ausreichte.

Unter diesen Voraussetzungen ist die Apfelessigkur eine bahnbrechende Erkenntnis dieser weisen Frau gewesen, die vielen Zeitgenossen damit geholfen hat, basische Stoffwechselschlacken besser auszuscheiden und dadurch von chronischen Erkrankungen jener Zeit zu genesen.

Heute treffen diese Voraussetzungen nur noch auf sehr wenige Menschen unseres Kulturkreises zu. Dazu gehören sicher zuerst die reinen Vegetarier oder Veganer, die tierisches Eiweiß in jeder Form ablehnen.

Dazu können auch Menschen gehören, die aus welchen Gründen auch immer einen basisch entgleisten Säure - Basen - Stoffwechsel haben und deshalb im Urintest meist basisch reagieren. Ich kann Ihnen versichern, daß ich in meiner Praxis solche Patienten vielleicht dreimal im Jahr antreffe. Alle anderen chronisch Kranken zeichnen sich unter anderem durch eine starke Übersäuerung aus, denen zusätzlicher Apfelessig nur schadet.

Wer die guten gesunden Inhaltsstoffe des Apfels schätzt und nicht so gerne Äpfel ißt, sollte auf reinen naturbelassenen Apfelsaft vollreifer hiesiger Früchte zurückgreifen. - Aber bitte nicht aus Folienpackungen und Konzentrat oder Dicksaft!