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Von Hahnemann über Schüßlers Biochemie zu Linus Pauling

Die Geschichte der Orthomolekular - Therapie geht bei Beobachtung naturheilkundlicher Therapieansätze weit zurück. Schon Samuel Hahnemann hat mit der hypoallergenen orthomolekularen Therapie - hoT - gearbeitet, ohne daß sie so genannt wurde.

Er arbeitete zum Teil orthomolekular, weil es sich auch damals bei dieser Therapie um die "richtigen Moleküle" zur Behebung der Regulationsstörungen des energetisch gestörten Körpers handelte.
Diese Moleküle waren schon deshalb auch hypoallergen, weil es zu jener Zeit kaum Allergien gab. Zum anderen wurden damals lediglich arzneiliche Wirkstoffe in Verbindung mit den Mischungskomponenten reines Wasser, Alkohol, Pflanzenöl, natürliches tierisches Fett oder Milchzucker eingesetzt.

Der geniale Oldenburger Arzt Dr. Wilhelm Heinrich Schüßler suchte im Rahmen seiner homöopathischen Therapie nach einfacheren kausalen Therapieansätzen bei der Behandlung chronisch Kranker.

Seine Zeit war wissenschaftlich geprägt u.a. von der Cellular - Pathologie des großen deutschen Pathologen Dr. Rudolf Virchow, der an der Charité in Berlin lehrte und arbeitete. Auch Virchows Denkansätze ließen die Interpretation von Krankheit als Störung durch fehlende oder überflüssige Stoffe in den Geweben als Ursachen für pathologische Entwicklungen zu.

Auf seinem Wege fand Schüßler die noch heute wichtigen und gebräuchlichen Schüßler - Salze, die sich neben den orthomolekularen Eigenschaften durch die Wirkungsverstärkung ihrer Homöopathisierung auszeichneten.

Bei genauerer Betrachtung der chemischen Elemente der von ihm favorisierten Salze kommen wir schnell zu den oft auch heute eingesetzten Grundstoffen.

Diejenigen Substanzen, die aktuell seltener als Elemente oder Moleküle in der hoT zur Anwendung kommen, werden durch unsere geänderten Lebens- und Ernährungsgewohheiten (leider oft ungewollt) heute im Überfluß aufgenommen.

Dazu gehörte z.B. das Phosphat, das als Namensgeber der hyperkinetischen Kinder als sogenannte "Phosphaties" in den 70er Jahren unrühmlich bekannt wurde. Der Name ist zwar inzwischen scheinbar aus dem öffentlichen Bewußtsein verschwunden. Die Zusammenhänge bestehen jedoch fort und sind leider nicht nur monokausal mit Phosphat verknüpft.

Dazu gehörte auch das Sulfat, das heute häufig in Form von chemischen Zusatzstoffen z.B. bei geschwefelten Früchten oder Weinen in der Ernährung anzutreffen ist und eine hohe allergene Potenz entwickeln kann.

Die Reihe der von Schüßler erfolgreich eingesetzten Therapeutika reicht von Mineralstoffen wie Calcium, Kalium oder Magnesium bis zu den Spurenelementen wie Jod, das wir als Schilddrüsenmittel schätzen oder Lithium, das wir heute bei Anfallsleiden oder neurologischen Störungen auch schulmedizinisch geben.

Das heute allbekannte Zink gehörte genauso dazu wie Mangan oder das auch heute noch von der Schulmedizin verkannte Siliciumdioxyd, das der Naturheilkundige gern bei Bänderschwäche, chronischen Entzündungen oder verschiedenen Hauterkrankungen gibt.

Kupfer als Spurenelement des Leberstoffwechsels und Regulator bei Entzündungen wurde ebenso verordnet wie das für die Blutbildung lebenswichtige Eisen als Ferrum phosphoricum.

Sowohl Arsen als auch z.B. Aluminium sind heute aus der Therapie weitgehend verschwunden. Das hängt sicher neben der heute veränderten Lebensweise mit vielen Aluminiumverpackungen und Folien ebenso zusammen wie mit der überhand nehmenden ungewollten sonstigen "Reiztherapie" aus Umweltschmutz, Streß durch Umweltlärm, Informationsüberflutung etc.
Das Arsen z.B. hatte bei Hahnemann seine positive Funktion bei der Stimulierung der Abwehr und Ausscheidung im Rahmen chronischer Erkrankungen als Reiztherapeutikum. Geschätzt wird es heute noch bei der Stimulierung des Haarwachstums, da es bevorzugt mit der Haarbildung ausgeschieden wird.
Arsen ist seinerzeit gewiß nicht gefährlicher gewesen als manches heute eingesetzte Therapeutikum für Herz- oder Tumorleiden, Migräne oder Potenzstörungen, das oft in Jahresfrist mit amtlich verordneten Indikationseinschränkungen brilliert!

Die moderne stoffliche Form der hoT hat ihre Ursachen in modernen Zeitübeln, die zunächst im High - Tech - Land USA evident wurden. Wohl deshalb legte der US - Amerikaner, der zweifache Nobelpreisträger Linus Pauling die neuzeitlichen Grundlagen der Orthomolekularen Therapie fest.

Die Ursachen für die heute notwendige Nahrungsergänzung mit "ganz normalen Spurenelementen, Salzen, essentiellen Fettsäuren oder Vitaminen" sind sowohl in modernen Lebensgewohnheiten als auch in modernen landwirtschaftlichen Produktionsprozessen zu sehen.

Die Ernte unreifen Obstes oder unreifer Gemüse, lange Transportwege ?frischer Nahrungsmittel? und lange Lagerung sind eine Ursache für Qualitätseinbußen der Nahrungsmittel. Die industrielle Bearbeitung vieler Nahrungsrohstoffe führt zum Teil zu einer Denaturierung lebenswichtiger Inhaltsstoffe. Oft "stören" gesunde essentielle Bestandteile und natürliche Eigenschaften bei der nahrungstechnischen Produktion und Lagerung von Nahrungsmitteln.
Die natürlichen Öle im Getreidekeimling sind z.B. die Ursache dafür, daß moderne Mehle gern voll ausgemahlen und von äußeren Hüllanteilen, die mineralstoff - und vitaminreich sind, gereinigt werden. Die Öle würden bei längerer Lagerung das Mehl ranzig werden lassen, so daß es seinen Geschmack nachteilig verändert.

Die allgemeine Mineralstoffverarmung unserer modernen Kost ist jedoch hauptsächlich auf die in Mitteleuropa überall anzutreffende Mineralstoffauswaschungen der Böden zurückzuführen.
Diese hat ihre Ursache im Sauren Regen, der langfristig die Böden auslaugt und lebenswichtige Mineralien mit dem Oberflächenwasser und Grundwasser fortschwemmt.

Einseitige Überdüngung der Böden sichert zwar noch landwirtschaftliche Erträge, zerstört jedoch langfristig neben der Bodenstruktur die biologische Hochwertigkeit der darauf wachsenden Nahrungsmittel-Rohstoffe.

Nicht zu vernachlässigen sind bei der modernen Dysbalance des orthomolekularen Bedarfes auch die umwelttoxikologischen Einflüsse von Wohnung, einseitigen Ernährungsgewohnheiten und Arbeitsplatz.

Wer ständig an neuen Computern arbeitet, wer in mit Vinyltapeten ausgestatteten Räumen leben muß, wer viel aus Plastikware und Vergleichsprodukten speist, wer für Foliengerichte schwärmt oder auch Folienkäse bevorzugt, erzeugt einen maximalen chemischen Streß in seiner Grundregulation. Er nimmt dauernd unbewußt fettlösliche Weichmacher aller Arten in sich auf und zerstört dadurch langfristig sein ( fettreiches ) Nervensystem bis hin zu seinem Hormonsystem und der Nebennierenrinden-Regulation!

Zusätzlich belastend: Der durchschnittliche Deutsche ißt heute jährlich ca. 13 kg chemische Zusatzstoffe wie Farben, künstliche Aromen, Schönungsmittel, Rieselhilfen, Emulgatoren und sonstige diverse E - Stoffe in Nahrungs- und Genußmitteln sowie in ärztlich reichlich verordneten Medikamenten.

Dieser hohe Chemikalienkonsum ist eine logische und wahrscheinliche Ursache sowohl für die sprunghafte Zunahme von Allergien, wie wir sie nach der Wende im Bereich Bitterfeld und Leuna amtlich bestätigt finden; aber sicher auch für die zunehmende Entwicklung chronisch - entzündlicher Darmerkrankungen oder der Refluxkrankheiten.
Aus dem Gesagten leitet sich die dringende Notwendigkeit einer Reduktion solcher Stoffe in der Nahrungskette zwingend ab. Wo immer hypoallergene Alternativen zur Verfügung stehen, sollten sie im ureigensten Interesse des Verbrauchers für die Therapie genutzt werden.
Das gilt z.B. für eine Candida - Therapie mit Nystatin, das jeder gutwillige Apotheker kostengünstig hypoallergen ohne jegliche Zusatzstoffe im Auftrag seiner Ärzte für seine Kunden verkapseln kann.
Haben Sie sich einmal die Mühe gemacht zu prüfen, ob die von Ihrem Arzt eingesetzten Darm - Antimykotika tatsächlich zuckerfrei sind und welche Zucker sich hinter der jeweiligen Nomenklatur in der Deklaration tatsächlich verbergen?

Bei der Frage nach der Dauer und dem Umfang einer hypoallergenen orthomolekularen Therapie - hoT - muß man individuell seine eigene Philosophie entwickeln: 

  • Will ich nur kurzfristig einen hochfieberhaften Infekt mit bis zu 200 mg Zink pro Tag kupieren
  • Will ich nur kurzfristig Störungen z.B. der Muskel - oder Organfunktion oder eine Allergie mit 1000 mg Calcium täglich ausgleichen?
  • Will ich mittelfristig meine hormonelle Regulation, Infektabwehr oder meine geistige Leistungsfähigkeit mit der 6 -fachen Tagesdosis Spurenelementen und Omega - Fettsäuren optimieren?
  • Will ich nur im Herbst und Spätwinter meine Infektabwehr verbessern oder will ich sie langfristig optimieren?
  • Will ich meine Grundregulation dauerhaft so optimieren wie der Entdecker orthomolekularer Zusammenhänge, der Amerikaner Linus Pauling, der ca. 50 Jahre lang täglich große Mengen hypoallergener orthomolekularer Therapeutika zu sich nahm und bei guter Gesundheit 93 Jahre alt wurde! Er hat stets auf Tabletten und Dragees verzichtet, weil ihm schon sehr früh aufgefallen war, daß die von ihm angestrebten hohen Dosen durch die dann gleichfalls hohen Dosen der Zusatzstoffe unverträglich und unverdaulich wurden.

Je höher die Streßbelastung ist oder je mehr Fast food und Kantinenkost sich für den Einzelnen nicht vermeiden lassen, desto notwendiger ist heute eine intermittierende oder langfristige hypoallergene orthomolekulare Therapie.